Die Geschichte von POS-Material hin zu Digital Signage

PoS-Material auf dem Wege hin zu Digital Signage – eine natürliche Entwicklung

Kaufentscheidungen wurden und werden noch immer häufig am PoS direkt getroffen oder entstehen dort spontan. Es liegt deshalb nahe, dem PoS besondere Aufmerksamkeit für seine Ausgestaltung zukommen zu lassen.

Es geht um direkte Werbung für ein Produkt, um eine konkrete oder abstrakte Imagepflege für Hersteller oder Verkäufer und in der Regel auch um die Vermittlung von Informationen im Zusammenhang mit Design, Herstellprozess und Nachhaltigkeit des Produktes.

POS Material: besondere Präsentation, die Aufmerksamkeit fördert

POS Material: besondere Präsentation, die Aufmerksamkeit fördert

Spezielle Dienstleistungsunternehmen bieten eine Vielfalt von PoS-Materialien an wie grossformatige Poster, Plakate, Displays und bedruckte, mobile Stellwände und vieles mehr. Flyer, Broschüren und Prospekte stillen den erweiterten Informationsbedarf des Kunden.

Kreativ und gezielt eingesetzte PoS-Tools wirken verkaufsfördernd und unterstützen eine erwünschte Kundenbindung an eine Marke oder an ein Unternehmen.

Dennoch – obigen PoS-Tools ist gemeinsam, dass sie aus dem „analogen“ Zeitalter stammen und ihr Aussehen und ihre Aussage nicht blitzschnell über Fernbefehle an eine geänderte Kunden- oder Passantenstruktur anpassen können. Der teilweise Ersatz analogen PoS-Materials durch Digital Signage, das sich in Aufmachung und Aussage beliebig häufig verändern und anpassen kann, entspricht einer natürlichen, bedarfsorientierten Entwicklung.

PoS-Material entwickelte sich aus den Produkten selbst

Eine abstrakte Werbung, die sich unabhängig von einem konkreten PoS für das Image von Produkten oder Produzenten stark machte, lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen. Ton- oder Wachstäfelchen übernahmen die Funktion des PoS-Materials. Ein spannendes Beispiel einer weithin sichtbaren Werbung für die Bedeutung bestimmter Adelsfamilien bieten die Geschlechtertürme in San Gimignano. Sie entstanden im 12. und 13. Jahrhundert und machten je nach ihrer Bauhöhe auf Einfluss und Wichtigkeit ihrer Erbauer aufmerksam.

In der Nachkriegszeit, noch bis in die 1950er Jahre hinein, wurde die Landbevölkerung häufig von Handlungsreisenden mit Non-Food Produkten versorgt. Als PoS fungierte entweder ein Koffer mit den Verkaufsprodukten selbst oder ein Musterkoffer, der die Produkte lediglich als Anschauungsobjekt enthielt, die bestellt werden konnten. In beiden Fällen übernahmen die Produkte die Rolle des PoS Materials im Sinne verkaufsfördernder Massnahmen.

Zunehmende Produktvielfalt, Konzentrationen auf der Anbieterseite, die Ausweitung des Messegeschäftes und die Notwendigkeit einiger Hersteller, sich mit ihren Produkten trotz Ähnlichkeiten vom Wettbewerb positiv abzugrenzen, brachte einen Schub in die Entwicklung sehr differenzierten PoS-Materials. Der gezielte Einsatz von analogem Werbe- und Informationsmaterial am PoS stellt heute nach wie vor eine wichtige Komponente des Marketing-Mix dar.

Design und Herstellung typischer PoS-Materialien entwickelte sich zum eigenständigen Geschäftsbereich

Die Bedeutung individuellen, verkaufsfördernden Materials am PoS kann daran abgelesen werden, dass sich Unternehmen mit Erfolg auf Design und Fertigung derartiger Materialien konzentrieren.

Es muss dabei zwischen Hilfsmitteln wie Boden- und Thekensteller oder Tischaufsteller und Tools, unterschieden werden, die sich direkt auf die Produkte beziehen.

Dennoch haben auch die Hilfsmittel eine Bedeutung, denn sie können einen wertigen Eindruck vermitteln, den die Kund*innen generell auf den Hersteller oder Anbieter und auf die Produkte übertragen.

Nachfolgend sind die wichtigsten und gebräuchlichsten Tools zur Verkaufsförderung am PoS aufgelistet:

  • Bodensteller, Bodendisplays; Werkstoff: Holz, Metall, Plexiglas, Materialmix
  • Thekensteller und Tischaufsteller; aus verschiedenen Materialien gefertigt
  • Holzdisplays; vermittelt Eindruck von Nachhaltigkeit und Naturnähe
  • Plexidisplay; transportiert modernes Image; aus Acrylglas oder Plexiglas hergestellt
  • Metalldisplay; bietet weites Spektrum an Gestaltungsmöglichkeiten

Die oben aufgelisteten Hilfsmittel eignen sich zur Aufnahme verschiedenster Flyer, Broschüren, Prospekten und weiterer Info- und Werbemittel. Sofern es sich um kleinere Produkte handelt, können diese auch selbst präsentiert werden.

Selbst Poster und Plakate lassen sich so besser im Sinne von Aufmerksamkeitsmagneten besser zur Geltung bringen.

Die Präsentationshilfsmittel werden in einer grossen Vielfalt angeboten und werden bei Bedarf individuell ausgestaltet. Last not least kann zum Design moderner, analoger PoS-Materialien auch die Integration einer modernen Beleuchtung und einer akustischen Komponente gehören, die nach verkaufspsychologischen Gesichtspunkten designt werden.

Digital Signage – Digitalisierung analoger Werbeanzeigen am PoS?

Im Zuge schneller werdender Entwicklungszyklen von Produkten wurde es zunehmend anspruchsvoller, in aufwändigen Verfahren individuell angefertigte POS-Materialien immer auf Stand zu halten und den sich ändernden Bedingungen kostengünstig anzupassen.

Der Übergang zu digitalem Präsentationsmaterial erscheint deshalb im Nachhinein als ein logischer Schritt.

Während zu Beginn der Übergangsphase während der Nullerjahre häufig Design und Inhalte von Plakaten, Postern und anderen Werbemitteln nahezu eins zu eins in digitales Design übersetzt wurde, eröffnete die Weiterentwicklung digitaler Displays und die rasante Software- und Algorithmen-Entwicklung seit etwa 2015 eine grosse Bandbreite eigener grafischer Gestaltung.

Auch sehr ungewöhnliche Displayformate sind heute leicht umsetzbar. Mit der Einführung multimedialer audiovisueller Inhalte und der Einführung interaktiver Displays punkten digitale Lösungen für den PoS mit Möglichkeiten, die analoge Materialien wie Plakate, Poster und sonstige Printmedien nicht bieten können. Verkaufsfördernde Massnahmen können mit Digital Signage zielführender gestaltet werden.

Digital Signage: Bewegung fördert Aufmerksamkeit

Digital Signage: Bewegung fördert Aufmerksamkeit

Vor- und Nachteile analoger und digitaler Ansprache der Kund*innen am PoS

Entwicklungen der letzten Jahre ab etwa 2018 haben gezeigt, dass sowohl analoge wie auch digitale PoS-Materialien Aufmerksamkeit der Kunden und Kundinnen auf sich ziehen können. Allerdings sind es vor allem interaktive Displays und die multimediale Gestaltungsmöglichkeiten, die ausschliesslich digitalen Lösungsansätzen offensteht.

Digitales, multimediales Display mit bewegten Bildern bei gleichzeitiger Aktivierung des Hörsinns macht es potenziellen Kundinnen und Kunden schwerer, achtlos an einem Display vorbeizugehen.

Interaktionen durch Blicksteuerung (Eye Tracking) oder durch Berühren (Touch Panel) gestatten ein individuelles Display oder die Einspielung der gesuchten Informationen.

Vorteile analogen PoS-Materials:

Nach Erstellung des Materials treten keine weiteren Folgekosten auf

  • die grafische Gestaltung der Werbemittel kann auf Nutzen und Image des Produktes
  • abheben oder auf Imagewerbung des Unternehmens
  • System flexibel in der Zusammenstellung von verkaufsförderndem Material
  • Interessent*innen können Infomaterial mitnehmen, um ihr Wissen zu vertiefen

Nachteile analogen Materials am PoS:

  • System ist sehr statisch, notwendige Anpassungen sind meist aufwändig
  • Keine multimediale Gestaltung möglich
  • Keine Interaktionen zum Abruf individueller Inhalte möglich

Vorteile Digital Signage:

  • Anpassungen der Displays in Real Time durch Software möglich
  • Anpassungen mittels Fernsteuerung (auch über Internet)
  • Multimediale Darstellungen (Seh- und Hörsinn werden angesprochen)
    Automatische oder bewusst gesteuerte Interaktionen durch Blick- und Berührungssteuerung
  • Verknüpfungen mit weiterer Betriebssoftware wie Lagerhaltung, Projektmanagement und Controlling möglich

Nachteile digitaler Lösungen:

  • Folgekosten (Stromverbrauch, Pflege der Software, Nutzungsgebühren für Cloud)
  • Digitale Displays nicht zur Mitnahme geeignet wie Poster, Plakate und ähnliches

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